Zur Verdeutlichung der Relevanz von neuen Medien

Der “Innovation Lecturer, Alternate Augmented & Virtual World creator, Blogger, YouTuber, Multi-instruMentalist, Photo’er, Metaversian, Harpist” Gary Hayes zeigt mit einer animierten Grafik, in welchem Umfang in den neuen Medien Informationen verbreitet werden.

Wenn man sich diese Grafik mal eine Zeit lang angeschaut hat, dämmert einem, welch immenses Potential dahinter steckt. Lasst das gute Stück mal etwas auf euch wirken.

Das Teil ist zwar schon fast ein Jahr alt, verdeutlicht aber immer noch sehr schön, wie rasant Informationen über das Web verbreitet werden.

“Die Teilnehmer setzen sich mit Sprache auseinander” Interview mit Torsten Link

LogOut-Mitarbeiter Dirk Forster interviewt auf seinem Blog Praktiker aus der Medienpädagogik. Den Anfang macht Torsten Link aus Saarbrücken. Der Musiker und diplomierte Sozialarbeiter veranstaltet Rap-Workshops in Jugendzentren. Mit freundlicher Genehmigung von Interviewer und Interviewten präsentieren wir das Interview auch im BlogOut.
Ich: Du machst HipHop Workshops für Kinder und Jugendliche. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Torsten Link: Also genauer gesagt mache ich Rap-Workshops. Die Workshops werden von Trägern der Jugendhilfe veranstaltet. Veranstaltungsorte sind daher meistens Jugendzentren. Aber auch Schulen organisieren, z.B. im Rahmen von Projekttagen (mittlerweile) Workshops, die im “klassischen” Lehrplan nicht vorgesehen sind. Der Workshop selbst gestaltet sich je nach Erfahrung der Teilnehmer. Während ich Anfängern noch die Geschichte des HipHop vostelle, erste Textfragmente mit ihnen schreibe und der Workshop dementsprechend elementar daherkommt, muss ich mit den fortgeschrittenen Dichtern eher ihren wöchentlichen Lyricsoutput besprechen, um dann ihr erstes Album zu produzieren. Technisch möglich wird das Ganze durch ein mobiles Tonstudio, womit auch Instrumentale produziert werden können.

Ich: Der lyrische Output…gerade deutschsprachige Rapmusik hat ja teilweise eine recht derbe Sprache. Erlebst du diese explicit lyrics in deinen Workshops und wie gehst du damit um?

Torsten Link: Battle gehört eben dazu…
Tatsächlich ist eine derbe Sprache im Rap – seit ca. 2000 – zunehmend hoffähig geworden. Da hat sich schon etwas geändert und ein Fan davon bin ich nicht gerade. Meine Rap-Wurzeln liegen in den 90ern. Seinerzeit waren ganz andere Dinge im Rap relevant und die Sprache war ebenfalls eine gemäßigtere.

Im Workshop wird diese Thematik gleichwohl sichtbar. Im Falle einer zu derben Zeile greife ich aber nicht gleich zur Zensur. Das hätte gegenteilige Effekte. Ich lasse die Jugendlichen erstmal ans Mikro und höre was sie sagen. Wenn man die Texte mit ihnen diskutiert, wird schnell deutlich, dass ein derber Text der “einfache” Weg ist sich auszudrücken. Diejenigen, die konstant am Workshop teilnehmen, wollen sich mit der Zeit komplexeren Themen widmen, als purem Battle Rap. Wobei ein gut gemachter Battle-Track, der einen zum schmunzeln bringt, natürlich auch seinen Reiz hat.

Ich: Siehst Du die Rap-Workshops als einen leichten Einstieg zur Arbeit mit den Jugendlichen? Was sind Deine Ziele?

Torsten Link: Wenn man als Sozialpädagoge in der Jugendarbeit anfängt, wird man von den Jugendlichen zuerst mal “getestet”. Bietet man den Besuchern etwas aus ihrem Interessenfeld an oder eröffnet Themen, die relevant sind für ihr Leben, hat man es sicherlich einfacher. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Status bei den Teilnehmern der Workshops immer ein aussergewöhnlicher war und ist. Man stelle sich beispielsweise einen Jugendlichen vor, der seit 2 Jahren Rap-Texte schreibt und jetzt kommt plötzlich einer, der ihm die Möglichkeit bietet, diese zu recorden. Wie wird man diesem Menschen wohl begegnen?

In Rahmen meiner Arbeit als Betreuer in Jugendzentren, die nicht im Zusammenhang mit den Rap Workshops stattfand, musste ich mich auf jeden Fall einer anderen Kommunikation bedienen. Ich will damit sagen, dass der Aufbau einer Beziehung zu den Jugendlichen in der Regel mit Hilfe der Workshops oder der Thematik HipHop einen leichteren Weg darstellen kann. Darüber hinaus jedoch bieten die Workshops aber noch mehr Chancen. Die Teilnehmer – und das halte ich für einen zentralen Punkt in der Sozialen Arbeit, insbesondere mit Adoleszenten – setzen sich mit Sprache auseinander. Das oben erwähnte diskutieren eines Textes z.B.
Es kommt nicht selten vor, dass sexistische, rassistische oder antisemitische Anteile einen festen Platz in den Texten und – dort sogar noch häufiger – der Alltagssprache der Jugendlichen einnehmen. Natürlich gestaltet diese sich millieuspezifisch anders und ist im Einzelfall different zu betrachten. Eine vorurteilsbehaftete Sprache aufzubrechen, deutlich zu machen was überhaupt gesagt wird und vielleicht einen reflektierten Umgang mit ihr und somit auch dem eigenem Verhalten zu erreichen, ist ein Ziel der Arbeit. Durch meinen Status ist es in solchen Fällen ziemlich leicht Kritik zu üben und einen alternativen Weg vorzuschlagen.

Ich: Du warst früher selber in der Szene aktiv und weißt genau über die Kultur Bescheid. Ist Deine Credibility unbedingte Vorrausetzung für Deine Arbeit?

Torsten Link: Das hilft sicherlich ungemein. Mittlerweile entspreche ich ja nicht mehr dem Prototyp eines Rappers und bei den ersten Treffen werde ich auch immer etwas kritisch beäugt. Nachdem ich jedoch ein paar Zeilen gerappt habe, ist das Eis meistens schnell gebrochen. Ausserdem spreche ich mit den Jugendlichen nicht nur über ihre Raps. Man tauscht Erfahrungen und Geschichten aus und ich berichte natürlich auch von meiner aktiven Zeit in einer Rap-Crew. Bis jetzt wurde dies immer, ich möchte mal sagen, respektvoll und anerkennend aufgenommen. Von einer unbedingten Voraussetzung für meine Arbeit würde ich jedoch nicht sprechen. Ganz klar ist doch, dass bei Rhythmusfragen, Flow, Wortwahl und technischer Umsetzung ein Wissen um die Materie vorhanden sein muss. Aber falls Professionelle der Jugendarbeit ähnliches anbieten wollen, die keine szenespezifische Ausbildung genossen haben, können sie sich erstens selbst weiterbilden und/oder externe Hilfe hinzu ziehen, zweitens die produktiven Mittel dafür bereitstellen und sich darüber hinaus auf das kreative Potenzial ihrer Klienten verlassen. Die wissen es nämlich meistens am besten…

Das Interview wurde per email geführt. Danke an Torsten Link. Wenn Sie ihn kontaktieren möchten, schreiben Sie mir und ich leite Ihre Anfrage gerne weiter. Kontakt

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Netter Film über WoW Charakter-Erstellung

Bei der Recherche zu unserem Vortrag am Freitag auf dem Hessentag bin ich grade auf diesen netten Film gestoßen!

LogOut Fragebogen zur Mediennutzung von Jugendlichen

Hier nun die erste Version unseres Fragebogens!
Wir möchten dieses Instrument nutzen, um mit Jugendlichen in einen Dialog zu treten und deren Mediennutzung zu analysieren. Ausgehend von der Auswertung dieses Fragebogens wird dann mit den Jugendlichen über Medien diskutiert.
Wir bitten um Kommentare, wie man diesen weiter verfeinern kann.